Zahlreiche Unfälle durch Blitzeis im Norden
Das fängt ja gut an. Eine weiße Weihnacht wird es wohl auch in diesem Jahr für die flachen Gebiete in Deutschland nicht geben. Dafür schlug der Winter schon am 23. Dezember ordentlich zu. Eisregen in Norddeutschland und Nordrhein-Westfalen verwandelte die Straßen am Wochendende in gefährliche Rutschbahnen.
Von Westen her breitete sich am Morgen ein Regengebiet aus, das nach dem vielfach kräftigen Dauerfrost der vergangenen Tage innerhalb kürzester Zeit Straßen und Gehwege in spiegelblanke Rutschbahnen verwandelte.
Betroffen waren teils bis in den Nachmittag hinein vor allem das nordwestliche Niedersachsen mit der Region Osnabrück und dem Oldenburger Land sowie Bremen. Zu zahlreichen Unfällen kam es auch in der Region Münster. Die Polizei forderte Autofahrer auf, ihre Fahrzeuge stehenzulassen, Fußgänger sollten möglichst das Haus nicht verlassen.
Die Autobahn 27 zwischen Verden und Walsrode musste am Sonntagvormittag komplett gesperrt werden. Hier hatten sich praktisch im Minutentakt in beiden Fahrtrichtungen 18 Unfälle mit fast 30 Fahrzeugen ereignet, wie ein Sprecher der Autobahnpolizei Langwedel sagte. Drei Menschen wurden schwer und fünf leicht verletzt. Die Polizei in Delmenhorst verzeichnete auf der A 1 fünf Glatteisunfälle.
Blitzeis machte auch Autofahrern im Raum Osnabrück zu schaffen. Wegen der Glätte wurde in der Region der Busverkehr bis in den Nachmittag hinein eingestellt. „Polizei und Rettungskräfte sind vollkommen ausgebucht“, sagte ein Sprecher. In der Stadt und im Landkreis registrierte die Polizei 48 Glatteisunfälle. Die Feuerwehr vermeldete etwa 100 Einsätze, unter anderem musste der Rettungsdienst mehrere Menschen mit Knochenbrüchen nach Stürzen versorgen.
Auch im Emsland krachte es vielfach. Auf der A 31 bei Ochtrup prallte ein Pkw auf ein Streufahrzeug. In Emsbüren rutschte eine Frau mit ihrem Fahrzeug von der glatten Straße in ein Gewässer, sie wurde eingeklemmt und verletzt. Westlich von Hannover ereigneten sich auf der A 2 bei Lauenau fünf Glätteunfälle. Die Autobahn nach Hannover musste hier kurzzeitig gesperrt, auf anderen Abschnitten musste vorsorglich Tempo 60 verhängt werden, wie ein Polizeisprecher sagte. Nordwestlich von Hannover krachte es in und um Wunstorf sechsmal.
In Bremen ereigneten sich laut Polizei am Morgen durch das Blitzeis mehr als 20 Unfälle. Beim Unfall eines mit vier Personen besetzten Kleinbusses im Stadtteil Gröpelingen wurden zwei 25-jährige Männer schwer verletzt. Der Wagen war mit überhöhtem Tempo auf glatter Fahrbahn ins Schleudern geraten, hatte sich überschlagen und war gegen einen Baum geprallt.
In Hamburg und Schleswig-Holstein blieb die befürchtete Glätte laut Polizei weitgehend aus. In Hamburg waren vorsorglich 120 Fahrzeuge des Winterdienstes ausgerückt und hatten
Hauptverkehrsstraßen gestreut.
In Nordrhein-Westfalen gab es am Sonntagvormittag nach Polizeiangaben allein 30 witterungsbedingte Unfälle im Stadtgebiet und auf den Autobahnen rund um Münster. Verletzt worden sei niemand, hieß es. Wegen vereister Fahrbahnen im Kreis Soest kam es laut Polizei am Sonntagvormittag ebenfalls zu 30 Unfällen innerhalb von drei Stunden. Die meisten Karambolagen seien glimpflich ausgegangen. Bei einem Unfall auf leicht vereister Fahrbahn in Köln hat am
Samstagmittag eine 18-jährige Fahranfängerin ein Ehepaar angefahren und schwer verletzt.
DCRS ONLINE meint: Da kann man nur jedem wünschen, dass er bis zum Heiligenabend sicher nach Hause kommt.





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