Zickenkrieg in der SPD könnte Ypsilanti’s Pläne durchkreuzen

Von Louis Richter

Andrea Ypsilanti ZickenkriegBei Abstimmungen sind Mitglieder des Landtages oder auch des Bundestages nur ihrem Gewissen unterworfen, zumindest nach der Verfassung. In der Realität ist es allerdings meist so, dass die Abgeordneten im Sinne ihrer Parteien abstimmen.

Nicht so Dagmar Metzger, SPD-Mitglied in Hessen und Abgeordnete des hessischen Landtags. Sie beharrt auf ihrem Gewissen und will die SPD-Chefin Andrea Ypsilanti, wenn sich diese zur Wahl als Ministerpräsidenten stellt und auf eine Wahl durch die Linken hofft, nicht wählen.

Sie könne einen Wahlbetrug mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren und werde der SPD-Chefin ihre Stimme daher verweigern. Metzger will ganz offensichtlich das schwer angeschlagene Image der SPD wieder etwas aufpolieren und gleichzeitig ihrer eigenen Person zu mehr Reputation verhelfen.

Sie habe ihre Haltung bereits der Landesvorsitzenden mitgeteilt und wolle es ihr am Freitag persönlich sagen. Ein SPD-Sprecher bestätigte, dass die Abgeordnete Bedenken gegen den eingeschlagenen Weg habe. Ypsilanti werde am Freitagvormittag mit ihr sprechen und gehe davon aus, dass sich die Zweifel ausräumen ließen. Nur zwei Abweichler aus dem Lager von SPD, Grünen und Linken würden reichen, damit Ypsilanti nicht gewählt wird.

Nach Einschätzung hessischer SPD-Kreise sei Metzger fest entschlossen, bei ihrer Ablehnung zu bleiben. Bereits in der Sitzung der Landtagsfraktion vor eineinhalb Wochen habe sie erklären wollen, dass sie im Landtag nicht für Ypsilanti stimmen werde. Vor der Sitzung aber hätten andere Abgeordnete sie davon abbringen können. Bei der Fraktionssitzung am Dienstag, als Ypsilanti nach Stimmen gegen eine von den Linken tolerierte rot-grüne Minderheitsregierung gefragt habe, sei Metzger dann im Urlaub gewesen.

Die 1958 in Berlin geborene Bankkauffrau und Wirtschaftsjuristin Metzger ist seit 1990 Mitglied der Sozialdemokraten, lebt seit 1992 in Darmstadt und ist seit 1993 Vorstandsmitglied im Ortsverein Eberstadt. Sie gehört seit 1997 dem Stadtparlament an. Metzger kommt aus einer bekannten Politikerfamilie: Der ehemalige Darmstädter SPD-Oberbürgermeisters Günther Metzger, der in den siebziger Jahren stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion war, ist ihr Schwiegervater. Dagmar Metzger trat bei der Landtagswahl am 27. Januar im Wahlkreis 50 Darmstadt-Stadt II gegen die CDU-Kultusministerin Karin Wolff an, nahm ihr das Direktmandat ab und zog damit erstmals in den Landtag in Wiesbaden ein.

DCRS meint: Das könnte die Chance für die CDU in Hessen werden !

Artikel vom 8. März 2008

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