Zum EM-Finale Reliquien aus Essener Dom geklaut

Von Louis Richter

Zum EM-Finale Reliquien aus Essener Dom geklautDie EM 2008 brachte so manches, teilweise ungangenehmes Kuriosum mit sich. So machten sich in Essen ganz besonders dreiste Diebe kurz vor Anpfiff des Final-Spiels zwischen Spanien und Deutschland zu Werke und klauten ein mit Gold und Edelsteinen besetztes Reliquienkästchen vom Altar des Essener Dom.

Sonntag um 20.45 Uhr habe der Domsakristan das Gotteshaus abgeschlossen, sagt Bistumssprecher Ulrich Lota. Die Abendmesse war bereits um 20.00 Uhr beendet. Die Zwischenzeit müssen die Diebe genutzt haben, um heimlich in das Gotteshaus zu schleichen und dort das wertvolle Kästchen zu entwenden.

Nach Erkenntnissen der Polizei brachen die Täter ein aus Bronze-Engeln bestehendes Altar-Gitter auf. Anschließend entwendeten sie die Kostbarkeit und machten sich aus dem Staub. Entdeckt wurde der Diebstahl erst am Montag.

Ausgerechnet im Jubiläumsjahr zum 50. Geburtstag des Bistums!

Das Reliquienkästchen ist 15 mal 15 Zentimeter groß. Der Deckel ist mit etwa 50 Edelsteinen verziert, darunter Topas, Amethyst sowie Bergkristalle. Die Seitenwände zeigen religiöse Abbildungen. Das Kästchen enthält Knochenstücke der frühmittelalterlichen Bistums-Patrone Maternus, Liborius und Liudger.

„Das Reliquienkästchen hat einen hohen ideellen Wert“, sagt Lota. Der materielle Wert liege im fünfstelligen Bereich, schätzt das Bistum.

Artikel vom 30. Juni 2008

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